Mit unserer aktuellen Konferenz-Reihe im Herbst 2021 möchten wir Lehrenden an theologischen Ausbildungsstätten und Universitäten Methodenkompetenz zu digitalen Medien in der Lehre vermitteln und eine Plattform zur Vernetzung bieten. Das Event soll helfen, Lehre mit digitalen Medien ansprechender und/oder remote-fähig zu gestalten.

Der Termin für das erste Online-Seminar ist der Dienstag, 21. September 2021, 17.00 – 19.00 Uhr.

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Ablauf 

Die Veranstaltung startet nach der Einleitung mit der Keynote, die einen Überblick über Lehr-Lern-Formate mit digitalen Medien gibt. Anschließend können Sie an einer von vier Breakout Sessions teilnehmen, in der Sie ein bestimmtes Thema vertiefen und miteinander ins Gespräch kommen. Nach der Veranstaltung laden wir Sie zu einem freien Austausch in einem Wonder.me-Raum ein.

Inhalte

Keynote: Hochschullehre mit digitalen Medien gestalten – ein systematischer Überblick

Dr. Anne Thillosen, Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) Tübingen, Leiterin des E-Learning-Informations- und Qualifizierungsportals e-teaching.org

In den „Corona-Semestern“ mussten Hochschullehrende oft ohne größere Vorerfahrungen innerhalb kürzester Zeit auf Online-Lehre umsteigen. Obwohl teilweise große Skepsis bestand, hat dabei vieles fast überraschend gut funktioniert. Dennoch blieb das Potenzial der digitalen Medien während dieses „emergency remote teaching“ oft ungenutzt – obwohl Lehre mit digitalen Medien bereits seit den 1990er Jahren praktisch erprobt und erforscht wird.
Unter Rückgriff auf diese Praxiserfahrungen und Forschungsergebnisse werden in der Keynote zentrale Formate des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien anhand von systematischen Kriterien vorgestellt. Gängige Beschreibungsmodelle gehen i. d. R. vom Grad der Virtualisierung aus und unterscheiden meist zwischen drei verschiedenen Stufen: der Anreicherung der Präsenzlehre durch digitale Medien, teilvirtuellem Blended-Learning und komplett virtuellen Szenarien. Doch ob der Einsatz digitaler Medien Lehr- und Lernprozesse unterstützt, hängt weniger vom Grad der Digitalisierung ab als von der konkreten Gestaltung der Lehr-/Lernszenarien: der Zielsetzung, der didaktischen Intention und Planung, den Betreuungsformen sowie den eingesetzten Lernmaterialien.

Breakout-Session 1: Inverted Classroom

Prof. Dr.-Ing. Manfred Estler, Hochschule Reutlingen, Professor im Wirtschaftsingenieurwesen der ESB Business School / seit vielen Jahren Senatsbeauftragter für Hochschuldidaktik 

Angestoßen und getrieben von den plötzlich einsetzenden Veränderungen durch die Corona-Pandemie und die weitgehend vollständige Umstellung auf Distanzlehre waren Lehrende vor die Herausforderung gestellt, sich auf einmal viel tiefer gehende Überlegung zum didaktischen Konzept ihrer Lehrveranstaltungen zu machen. In diesem Kontext hat das Gebiet des e-learnings große Aufmerksamkeit erfahren. Dabei gibt es aber große Unterschiede hinsichtlich Virtualisierungsgrad und Umfang des Integrationskonzeptes. 
Nach einer kurzen Einführung ins Thema des „blended learning“ wird die Breakout Session das Konzept „inverted classroom“ speziell in den Fokus nehmen. Insbesondere wird es darum gehen, die verschiedenen Phasen des Lernens (z.B. Wissensvermittlung, Wissensverarbeitung, Wissensvertiefung, Wissenstransfer und Kompetenzentwicklung) im Rahmen eines Integrationskonzeptes in online und Präsenzphasen zu unterteilen. Durch die entsprechende didaktische Ausgestaltung des Konzepts sollen die Lernprozesse von Studierenden im Hinblick auf nachhaltig wirksames Lernen unterstützt werden. Es werden die Voraussetzung für das Konzept erörtert, die Vor- und Nachteile beleuchtet sowie praktische Erfahrungen geteilt

Breakout-Session 2: Hybride Lehre – analoge und digitale Lernumgebungen verknüpfen

Dr. Anne Thillosen, Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) Tübingen, Leiterin des E-Learning-Informations- und Qualifizierungsportals e-teaching.org

Seit dem Wintersemester 2020 ist immer häufiger die Rede von „hybriden Lehrszenarien“. Darunter wird meist verstanden, dass ein Teil der Studierenden an einer Hochschule vor Ort an einer Veranstaltung teilnimmt, während andere Studierende online zugeschaltet sind. Doch physische und digitale Räume können noch auf viele weitere Arten miteinander verknüpft werden und damit neue Potenziale für Bildungsprozesse – und eine neue Sichtweise auf die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen (nicht nur an Hochschulen) – eröffnen. Im Workshop werden zunächst unterschiedliche Konzepte für hybride Lernräume und praktische Gestaltungstipps vorgestellt. Im Mittelpunkt soll aber die Diskussion und der Austausch stehen: Haben Sie schon selbst Erfahrungen mit hybriden Lehrszenarien gemacht? Haben Sie Gestaltungsideen oder auch Bedenken – und welche Potenziale sehen Sie?

Breakout-Session 3: Selbststudium digital

Prof. Dr. Simone Paganini, RWTH Aachen University, Institut für Theologie, Professor für biblische Theologie

Theologie an einer technischen Hochschule zu unterrichten (RWTH Aachen) birgt nicht nur die Gefahr, ein wenig deplatziert zu wirken, sondern auch die einmalige Chance ganz andere Lehr- und Lernformate auszuprobieren. Digitale und virtuelle Lern- und Lehrformate haben auch außerhalb von „Corona-Zeiten“ Hochkonjunktur. Sie bieten die Gelegenheit, auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen Studierende und Interessierte jenseits von einem häufig konfessionell verstandenen (und deswegen abgelehnten) Studium zu erreichen, zu provozieren und auch dazu zu motivieren, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen, die für sie ansonsten nicht zugänglich gewesen wären. Dabei geht es – ganz nach den nicht immer zu verteufelnden Prinzipien der modernen Wirtschaft – um eine Differenzierung des Angebots, damit möglichst viele verschiedene Zielgruppen erreicht werden können. 
Der Schwerpunkt der Session liegt auf der Anwendung von MOOCs sowie auf einem digitalisierten Angebot für das Selbststudium (als persönliche Fortbildung oder als Voraussetzung für den Einstieg in ein universitäres Masterprogramm). 

Breakout-Session 4: Digitale Interaktion bei Online- und Offline Formaten

Marcus Wehrstein, Business Coach/Master-Trainer, Lehrbeauftragter an der Hochschule Worms

Die Interaktion mit Studierenden stellt bei digitalen Onlineformaten (z.B. Videokonferenzen) aber auch bei der selbstständigen Bearbeitung von Online-Kursen zu Hause eine besondere Herausforderung dar. Durch den geschickten Einsatz unterschiedlicher Formate, Austauschplattformen, Feedbackvarianten und Kommunikationsmöglichkeiten kann die Interaktion mit den Studierenden aber dennoch sehr gut aufrechterhalten werden.

In der Breakout-Session werden in der Praxis erprobte Möglichkeiten vorgestellt und deren Transformation in ein anderes Umfeld diskutiert.

Weiterdenken und vernetzen

Im Anschluss an die Keynote und die Breakout-Session geben wir Euch in einem vorbereiteten Wonder.me-Raum die Gelegenheit zu einem freien Austausch untereinander, um die präsentierten Ideen weiterzudenken und Fragen zu klären.

Planung und Moderation

Diese Veranstaltungsreihe wird vom Vorbereitungsteam Dr. Gabriele Irle, Dr. Jörg Dechert und Marcus Wehrstein moderiert und geleitet.